Jakob (40 Jahre):

Ich habe im Lauf meiner über 20-jährigen Suchtkarriere schon so manche stationäre Entgiftungseinrichtung kennen gelernt. Für mich persönlich ist Mariatal die Beste von allen.

Das Team hier ist total nett, Ärzte, Pfleger und Patienten sind per du und man hat hier einfach das Gefühl als Mensch wahrgenommen zu werden. Wenn´s einem mal dreckig geht, hat immer jemand ein offenes Ohr.

Auch für Fragen, die die Zeit nach der Entgiftung betreffen wie Behördenkram oder Therapie gibt es kompetente Leute, die einem bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 
 
Das tägliche Pflichtprogramm finde ich genau richtig „dosiert“: Es lässt sich auch affig gut bewältigen, lenkt einen ab und bietet über den Tag verteilt doch auch Rückzugsmöglichkeiten. Und wenn mal gar nichts mehr geht, kann man sich auch krank schreiben lassen.
 

Der absolute Hit ist das reichhaltige Angebot an Freizeitaktivitäten: Wer Lust hat kann die verschiedensten Angebote nutzen und an den Wochenenden stehen sogar  Ausflüge, Kino oder Thermalbad auf dem Programm, natürlich alles freiwillig. Wesentlich finde ich auch, dass das Ganze nicht in kalter Krankenhausatmosphäre sondern auf dem Gelände eines alten Gutshofes stattfindet. Klingt alles fast zu schön um wahr zu sein? Wenn da bloß nicht der verdammte Affe wäre…

In jedem Fall hat mir bislang noch nie eine Einrichtung den Entzug so erleichtert wie Mariatal. Die letzten beiden Wochen sind für mich wie im Fluge vergangen und wenn ich auf die Fülle von Erlebnissen zurückblicke, so erfüllt es mich mit Dankbarkeit für diesen Ort und die Menschen hier. Natürlich ist ein Entzug immer schwierig und kein Zuckerschlecken, trotz aller Unterstützung und so hoffe ich natürlich trotzdem, diesen Ort nur noch als „cleaner Besucher“ zu betreten.


 

Bettina (38 Jahre):

Als ich am 1. August in Mariatal gelandet bin, habe ich gedacht ich lande auf einem Misthaufen. Es kam mir vor wie der erste Flugversuch Anfang des 20. Jahrhunderts. Der erste Tag ging, ich war ja noch recht breit, hatte mir vorher natürlich noch einiges reingepfiffen. Am 2. Tag wachte ich in der Realität auf, hatte aber den festen Willen zu bleiben, auch wenn es hart wird. Und es war sehr hart.

Nach 25 Jahren Drogenkarriere wollte ich unbedingt das Metha, reine Chemie, aus meinem Körper haben. War dann eine Woche auf dem totalen Affen, mit Schlafentzug, rummaulen, mich gegen das Programm wehren, usw. Totale Verweigerung. Trotzdem wusste ich in meinem Inneren: da muss ich durch, sonst…
Die zweite Woche habe ich dann schon etwas Land gesehen, wurde auch äußerlich ruhiger, innerlich habe ich immer noch gekämpft wie ein Löwe.

Das Programm hat mir dann, da es meine erste Entgiftung war, schon eine kleine Therapiespritze gegeben. Auf jeden Fall, im Nachhinein nat es auf mich und für mich gepasst, ich bin froh, diesen Schritt getan zu haben, obwohl es ein harter Kampf war und ich erst mal 1 ¾ Jahre  gebraucht habe um mich darauf einzulassen.