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Auch wir haben das Rad nicht neu erfunden und orientieren uns in der Entzugsbehandlung an den wissenschaftlichen Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften.
Kalt oder warm, das ist hier die Frage.
Eigentlich ist diese Frage in den meisten Fällen rein rhetorisch. Die überwiegende Mehrheit unserer opiatabhängigen Patienten entscheidet sich für einen warmen Entzug, d.h. eine Abdosierung mit Substitutionsmitteln. Wie dies im Einzelfall gehandhabt wird, kann erst im Rahmen der ärztlichen Aufnahmeuntersuchung geklärt werden und hängt von individuellen Faktoren ab. |
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Opiatentzug:


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Nur soviel im Voraus zu unseren Grundsätzen:
- Entzug ist viel „Kopfsache“. In der Regel entscheidet weniger das Ausschleichschema über den Erfolg der Behandlung als deine innere Einstellung.
- In unserem geschützten Rahmen kommst du mit deutlich niedrigeren Dosen zurecht als draußen. Das heißt, dass vor allem bei hohen Dosierungen die Einstiegsdosen deutlich unter dem liegen, was du von draußen gewöhnt bist.
- Wir wollen, dass du genügend Zeit hast, dich im geschützten Rahmen nüchtern mit deiner Situation auseinanderzusetzen. Das bedeutet aber auch, dass wir zum Herunterdosieren nicht ewig Zeit haben. Zumal du nach einer gewissen Zeit den Kanal voll haben wirst und wieder andere Gesichter sehen willst. Also dosieren wir in der Regel zwischen 4 und 7, maximal über 10 Tage mit Substitutionsmittel ab. Ausnahmen können sein: Entgiftungen von Beikonsum oder bei Schwangeren
- Angst vor dem Entzug zu haben ist zwar verständlich, aber nicht unbedingt notwendig und sollte nicht dazu führen, erforderliche Schritte in Richtung Entzug und Therapie zu verzögern. Mit der hier angebotenen Unterstützung kannst auch du den Entzug schaffen.
Achtung! Am Aufnahmetag erhältst du von uns noch keine Substitutionsmittel
Der Opiatentzug ist in der Regel nach dem Absetzen der Substitutionsmittel noch nicht vorbei. Je nach Stärke und Qualität der Entzugssymptomatik setzen wir anschließend symptomorientiert verschiedene Medikamente ein, die sich in der Behandlung von Opiatentzügen als wirksam erwiesen haben. Dazu zählen u.a. Doxepin, Clonidin, Paracetamol, Ibuprofen. Auch hier gilt natürlich der Grundsatz, soviel wie notwendig und so wenig wie möglich.
Solltest du aufgrund deiner speziellen Problematik Bedenken haben, ob ein Entzug unter diesen Bedingungen möglich ist, kannst du dich zunächst bei unserer Ambulanz melden.
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Entzug von Beikonsum: |
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Liegt zusätzlich zur Opiatabhängigkeit eine Abhängigkeit von Alkohol oder Benzodiazepinen vor, wird zur Vermeidung von Komplikationen in der Regel erst der Beikonsum entzogen und die Opiatdosis auf einem niedrigen Level konstant gehalten, bevor das Opiat vollständig entzogen wird. Der Einsatz von Medikamenten richtet sich hierbei nach der medizinischen Notwendigkeit.
Ob und unter welchen Bedingungen ein Teilentzug bei Fortführung der Opiatsubstitution stationär durchgeführt werden kann, muss vorab in einem Ambulanzgespräch geklärt werden.
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Entzug von anderen illegalen Drogen:

(Cannabis, synthetische Drogen, Kokain):
Meist ist keine medikamentöse Entzugsbehandlung notwendig. Das Therapieprogramm deckt sich zu einem großen Teil mit dem der anderen Patienten.
Besonderheiten sind:
- getrennte räumliche Unterbringung für bis zu 4 Personen in einem Nebenhaus nach der akuten Entzugsphase
- Zusammenfassung der nichtopiatabhängigen Patienten in einer Gesprächsgruppe 2 mal wöchentlich mit entsprechender Themenausrichtung
- Erlebnispädagogisch orientierte Zusatzangebote (z.B. Bogenschiessen, Klettern, Niederseilgarten) 2 mal pro Woche, Erweiterung des Sportangebots, „Rockwerkstatt“ unter musikpädagogischer Anleitung
- Psychiatrische Diagnostik und Behandlung von Begleit- und Folgeerkrankungen auch über die Dauer des Entzugs hinaus.
- Kognitives Training
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Psychische Begleiterkrankungen: |
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Häufig bestehen bei Drogenabhängigen zusätzlich psychische Probleme, welche die Entwicklung der Abhängigkeit mit verursacht haben oder durch den Konsum selbst hervor gerufen wurden. Diese mögen sich beim Einen mit einem verminderten Selbstwertgefühl oder sozialen Ängsten äußern, beim Anderen findet sich schon eine ausgewachsene Depression oder Angstzustände.
Diese Symptome bessern sich durch Abstinenz im Laufe einer Entgiftung oder Therapie oft, manchmal kommen aber durch die Nüchternheit neue Probleme dazu. Wir versuchen individuell mit dir herauszufinden, ob ein Behandlungsbedarf besteht und beraten dich gegebenenfalls auch über eine medikamentöse und/oder psychotherapeutische Behandlung.
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Alternative Heilbehandlung: 


Bei uns steht dir ein breites Spektrum an entzugslindernden Maßnahmen zur Verfügung an die du auf freiwilliger Basis nutzen kannst:
- Bis zu 2 mal täglich gibt es Suchtakupunktur am Ohr nach dem NADA-Protokoll. Die Akupunktur wirkt bei vielen Patienten nachgewiesenermaßen entzugslindernd und entspannend
- Am Abend wird meistens die Sauna eingeschaltet. Auch damit kann man ganz gut zur Ruhe kommen
- Individuell zusammengestellte Teemixturen und Zusätze für Wannenbäder steigern dein Wohlbefinden
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Cleanschein:

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Den Cleanschein (Bescheinigung über den regulären Abschluss der Entzugsbehandlung) gibt´s erst, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: |
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- Du darfst keine Entzugserscheinungen mehr haben,
- Du bist mindestens 3 Tage ganz ohne entzugslindernde Medikamente ausgekommen
- Du hast im Heroinentzug seit mindestens 7 Tage kein Subutex und im Methadon-/Subutexentzug mindestens 10 Tage kein Methadon/Subutex mehr zu dir genommen
- Dein Urin muss drogenfrei sein. Cannabis kann unter Umständen eine Ausnahme darstellen.
- Eventuell mit dem Therapeuten getroffene individuelle Absprachen wurden eingehalten
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